06. + 07.11.2010 Lehrergradseminar des DDBV in Kiel

Am Wochenende vom 6. und 7. November fand im Yawara- Dojo in Kiel ein Lehrergradseminar statt.

13 Teilnehmer und Teilnehmerinnen befassten sich mit den Themen Budo- Philosophie- Buddhismus, Recht, speziell zu den Themen Strafrecht, Notwehr- und Waffenrecht und Medizin- Anatomie und Physiologie.

 

Nach der herzlichen Begrüßung durch Klaus Härtel, Sensei des Yawara ging es Samstag gleich mit der Thematik Buddhismus los. Klaus gab den Teilnehmern einen interessanten Überblick über die Entstehung des Buddhismus, der logisch mit den Inhalten der Kampfkünste verknüpft wurde.

 

Im Anschluss daran diskutierten die Budoka über die demographischen Veränderungen Deutschlands und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für Kampfkunstschulen. Als ein weiterer Punkt wurde die veränderte Schulstundenzeit der Gymnasien unter G8 angesprochen, die durch die vermehrten Unterrichtsstunden die Teilnahme an nachmittäglichen Sportangeboten verhindert. Darüber hinaus wurde hinterfragt, welche Auswirkungen die Zunahme an älteren Menschen in der Bevölkerung für Kampfkunstschulen haben könnte. Die Diskussion verlief sehr sachlich und angenehm kontrovers, so dass jeder die Möglichkeit hatte sich einzubringen und neue Ideen und Anregungen mit nach Hause zu nehmen.

 

Den zweiten Teil dieses Abends gestaltete Skarthe Sebelin zum Thema Strafrecht und Notwehr. Der Einstieg in diesen Bereich über ein sehr anschauliches Fallbeispiel machte den Teilnehmern die Problematik plausibel: Bis wohin darf ich mich verteidigen, ab wann mache ich mich selbst strafbar? Sogar die dazugehörenden Paragraphen wurden auf diese Weise geläufig. Beim Waffenrecht, das Skarthe anschließend erläuterte, blieb zwar oft die Frage nach Sinn und Unsinn, durch die eindeutige Rechtslage war die Diskussion jedoch rein theoretisch.

 

Am Sonntag begrüßte André Busche die Teilnehmer zum Thema Medizin. Speziell der Bereich Anatomie und Physiologie wurden anschaulich und nachvollziehbar erklärt. Da diese Erklärungen mit Beispielen aus der Praxis bebildert wurden, gestaltete sich der Vormittag sehr interessant und einprägsam. Um es nicht beim rein logischen Verständnis für Knochen, Gelenke und Hebel zu belassen, hatten die Teilnehmer dieses Seminars zum Ende noch die Möglichkeit, verschiedene Hebel auf der Matte auszuprobieren. Dieses hautnahe Erleben veranschaulichte sehr deutlich den notwendigen Zusammenhang zwischen der Kampfkunst und der vermittelten Theorie.

 

Beide Tage waren sehr anregend kurzweilig und boten neben der reinen Wissensvermittlung auch die Möglichkeit des Gedanken- und Erfahrungsaustausch, der über die Seminarzeit weit hinaus ging. Dank der umfassenden und verständlichen Unterlagen, die den Teilnehmern ausgehändigt wurden, kann das Vermittelte nachbereitet, vertieft und wieder abgerufen werden. Dies ist bei der Vorbereitung für die Lehrergradprüfung des DDBV, für die dieses Seminar eine Voraussetzung ist, eine große Hilfe.

 

Wir haben die freundliche und humorvolle Art der Referenten sehr genossen, die uns bei diesem Seminar an ihrem großen Wissensschatz teilhaben ließen und freuen uns auf die Fortsetzung im nächsten Jahr.

 

Gabriele und Dr. Christian Freyberg, NIBUKAI Wiesbaden