19.06.2014 Kyudo in der "Grube Louise"



Der befreundete Karateverein Karate- Do- Overath lud uns, Gabriele und Dr. Christian Freyberg, zu seinem alljährlichen Trainingslager in der „Grube Louise“ ein, um dort in einem Lehrgang den Karateka einen Einblick in Kyudo zu vermitteln. Wir freuten uns sehr über diese Möglichkeit, viele nette Menschen wieder zu treffen, die uns bereits zu anderen Gelegenheiten begegnet waren. Darüber hinaus macht es immer besonders viel Spaß, sich mit Karateka, also Menschen mit ausgeprägter Körperstruktur und hoher Auffassungsgabe, auf den Weg des Bogens zu begeben. Karateka zeichnet ebenso aus, dass sie normalerweise mit "leerer Hand“- der Bedeutung von kara te – arbeiten, so dass die Komponente der Waffe einen besonderen Reiz birgt.



Nachdem wir die verschlungenen Pfade zur „Grube Louise“, einem anthroposophischen Seminarzentrum, im Westerwald erfahren hatten, wurden wir an diesem wirklich besonderen Ort herzlich begrüßt. Schnell war der geeignete Platz für den praktischen Teil des Seminars gefunden, so dass wir uns zu einem leckeren Abendessen und angenehmen Gesprächen mit einreihen konnten. Bereits hier wurde der gute Spirit in dieser Gemeinschaft unter Sensei Rudolf Riegauf deutlich.



Am nächsten Morgen begann die Gruppe mit einer Meditation und einen ausgesprochen leckeren Frühstück, dann ging es auch schon ran an die Bögen. Einige der Teilnehmer waren bereits bei dem Kyudo- Seminar in Wiesbaden im NIBUKAI im letzten Jahr dabei, so dass sie nach kurzer Auffrischung weitere Schritte gehen konnten, für andere war Kyudo gänzliches Neuland. Je nach Fortschritt der Gruppe gab ich weitere Anweisungen, so dass in aller Ruhe und doch in einem recht zügigen Tempo geschossen werden konnte. Dank Christians Unterstützung konnten wir gleich auf vier Ziele schießen lassen, so dass innerhalb der vier Stunden alle genügend Zeit zum Erproben hatten. Natürlich wurde zum Abschluss noch einmal die Distanz erhöht, was eine echte Herausforderung an das Konzentrationsvermögen darstellt. Diese meisterten alle mit Bravour, so dass wir uns zufrieden zur Mittagspause begeben konnten.



In der anschließenden Stunde gab es eine geballte Ladung an Theorie, die einen Einblick in die Geschichte und Hintergründe des Kyudo vermittelte. Mit Unterstützung einer Präsentation konnten wir Namen, Begebenheiten und Hintergründe etwas näher kommen lassen und die Informationen visualisiern. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an Jürgen und der perfekten Technik! Während dieser Stunde bemerkte ich am großen Fenster einen ungewöhnlichen Gast: Ein Fuchs schaute sich ganz unaufgeregt die Gruppe der Menschen an, die sich in der Halle eingefunden hatten und verschwand ebenso unauffällig, wie er gekommen war.


Frisch gestärkt konnten wir die zweite Gruppe in die Praxis lassen. Hier handelte es sich ausschließlich um Danträger und -anwärter, was das Lerntempo fühlbar beeinflusste. Dennoch kam auch in dieser Einheit für jeden der Punkt, an dem er mit sich selbst kämpfen musste. Viel zu schnell verging die Zeit, wie immer, wenn man von etwas begeistert ist. Die letzten Schüsse lagen bei Christian und mir, die nun endlich mal den gesamten Ablauf eines kleinen Prüfungs- Taihai zeigten.
Dank der tatkräftigen Hilfe vieler Hände war flugs die Ausrüstung wieder ordentlich gepackt. In der Zwischenzeit hatten ein paar gute Geister leckere Suppen zubereitet, was nach diesem Tag allen gut tat.
Natürlich fuhren wir nicht ohne den Teilnehmern Zertifikate über die Teilnahme und Handouts über die Theorie mitzugeben.

Im Gegenzug freuten wir uns über die positiven Rückmeldungen und ein besonderes Buch, dass uns Rudolf als Dankeschön mit auf den Weg gab. Nach dem herzlichen Abschied fuhren wir in der Gewissheit, diese Gruppe nicht das letzte Mal getroffen zu haben.

Gabi Freyberg